H.+D. Baller
Gartenparadies Potsdam Nuthesiedlung
Kapitel 4
Die Gestaltung mit dem Wasser
4.1
Regenmengen, Rückhaltung und Teichtechnik
Die 'Insel Potsdam' erhält ihre Gestalt duch den Zusammenfluß von Havel und Nuthe. In der vorliegenden Niederung der Nuthe lag im April 2002 der Grundwasserstand bei 29,64 m ü. NN, die Hauseingänge bei 31,10 m ü NN und der Teichrand bei 31,40 m ü NN. Die Nähe der Wohngeschosse zur Teichhöhe war einerseits Gestaltidee aber auch technisch bestimmt. Um überhaupt Häuser im Wasser realisieren zu können, darf das Wasser nach den Wasserschutzvorschriften kein Grundwasserteich sein, wegen der Gefahr von Grundwasserverunreinigung, über dem Grundwasser müssen mindestens 1,50 m Filterschicht bleiben. Darüber hinaus bedarf das Siedlungsgebiet des Regenauffanges, weil eine städtische Regenentwässerung nicht verfügbar ist. Straßen und Gebäude haben eine Regenauffangfläche von ca. 15.000 qm, einschließlich Teich rund 20.000 qm.
Statistisch regnen einmal im Jahr in 15 Minuten 15 Millimeter Wasser auf den Quadratmeter, d.h. im Siedlunsgbiet nicht weniger als 300 m3 in einer Viertelstunde - keine Kleinigkeit - vorausgesetzt, das Wasser wird ordnungsgemäß in den Teich geleitet, so steigt dieser bei 4.000 qm um 7,5 cm. Das Höhenrelief sieht vor, daß auch das Doppelte kein Problem darstellt deshalb hat der Teich keinen Abfluß, sondern die etwa 750 lfdm Teichrand geben gleichmäßig verteilt das Wasser im Überlauf in den sandigen Untergrund ab, dabei wird das Wasser vorschriftsmäßig durch den Boden bis zum Grundwasser gereinigt. Wozu mindstesn 1,50 m nötig sind, deshalb kann der Teich in seiner Oberkante nur mindestens bei 31,14 m ü NN liegen beim o.g. Grundwasserstand von 29,64 m ü NN (April 2002) tatsächlich liegt er bei 31,40 m weil der Grundwasserstand natürlich Schwankungen unterliegt. Die "Dorfstraße" der Siedlung ist in der Höhe aufgewellt und schwankt zwischen 31,80 m und 32,60 m hat also im Minimum 20 cm Differenz zum Teich in den sie auch enwässert. Tatsächlich sind die erwähnten Werte nur Grenzwerte für den Fall einer insgesamt glatten Oberfläche. Das ist aber nicht der Fall sondern alle Dach- und Freiflächen sind begrünt im Terrassenhaus sogar mit Zwischenteich, sodaß sie das rechnerisch ermittelte Wasservolumen erheblich zeitverzögert abgeben oder aber in den Vegetationsflächen speichern. In den Vorschriften wird der Abflußbeiwert y auf 0,5 reduziert, d.h. die Regenmassen halbieren sich. Die Praxis zeigt, daß in dem großen Terassenhaus, das im folgenden sehr detailliert beschrieben wird praktisch überhaupt kein Wasser an den Teich abgegeben wird, weil die Hängenden Gärten ihr Wasser selbst benötigen.
Aus dem geschilderten zeigt sich, in wie hohem Maße die gesamte Begrünung Teil der Regenrückhaltung ist und damit auch Teil des ökologischen Ausgleichs. Wir haben Erfahrungen machen müssen, weil die Verantwortlichen der Wohnungsbaugesellschaft den Teich und die Begrünung nur widerstrebend herstellen wollten, so daß die Wohnungen bereits bezogen waren, ohne daß Teich und Entwässerungssystem fertiggestellt wurden, wie das auch sonst oft geschieht bei Außenanlagen, die nachgezogen werden. Das erste schwere Regenereignis hat schreckliche Folgen verursacht, weil die 300 m3 Wasser sich ihren Weg gesucht haben und in der Baugrube des Teiches - auch gefunden haben. Theoretisch könnte dies auch passieren, wenn die Gärten vertrocknen, verhärten und zur glatten Oberfläche werden. Dies darf im ökologisch entwickelten System nicht passieren, deshalb sind sämtliche Bodenaufbauten mit Lavagruß und gegebenenfalls Drainageschichten so ausgestattet, daß die Vegetationsschicht optimale Bedingungen wie in der Natur vorfindet und ihre Aufgabe als Regenrückhaltung auch erfüllen kann. Näheres darüber im Abschnitt ? Der Garten".
Verfolgt man vom Humboldtring die Dorfstraße, so schwingt sie in der kunstvollen Pflasteroberfläche und im Grundriß aber auch in der Höhe zwischen den einzelnen Häusern. Auf Höhe der Hofgärten-Mitte ist die Straße jeweils 80 cm höher als am Hauseingang. Unter dem höher liegenden Straßenbereich können die Terrassengärten ihr überschüssiges Wasser in einer Rohrunterquerung Richtung Teich bzw. Ufergrün abgeben, während in der Hauseingangsachse die Straße am tiefsten liegt und dem Eingang abgewandt ihr Wasser in die Uferzone abgibt über eine besonders lange Rigole für die Vorreinigung.
In die Hofgärten wird an höchster Stelle das Dachwasser eingeleitet und in einer Drainageschicht aufgefangen. Die Großgehölze bedienen sich in diesem Bereich ebenso wie die Pflanzfläche selbst.
Die 'Anglerhäuser' am Teich haben glatte Dächer, deshalb ist ihre Wasserspende doppelt so hoch. Sofern sie in den Teich direkt ihr Dachwasser abgeben plätschert es entsprechend, im anderen Fall müssen in der Uferzone nicht unerhebliche Auffangsteine Erosion sichern, sonst kann herunterstürzendes Wasser Schaden anrichten. Auf eine genauere Diskussion der Hof-Terrasse und Häuser am Teich wird hier verzichtet und auf das Terrassenhaus verwiesen, weil dort die Prinzipien besonders verdichtet auftreten.
Der Teichrand hat eine doppelte Funktion einmal wird über ihn das gesamte Oberflächenwasser eingeleitet, unsichtbare Zuflüsse gibt es nicht - aus Gründen der Wasservorreinigung - und andererseits dient der Rand dem Überlauf, wenn der Teich überfüllt ist. Da die Verzögerung durch die Regenrückhaltung einen Tag und mehr bedeutet können Probleme an der Stelle nicht eintreten. Ein entsprechender Bewuchs und der etwas tiefer liegende Betonrand sichern die empfindliche Zone, außerdem ist sie sehr diskret mit Weidenzaun oder zierlicher Stahlumwehrung gesichert, damit hier keine Beschädigung eintritt. Die Umwehrung hat sich ergeben, sie war nicht ursprünglich geplant, aber die Deutsche Rechtsprechung macht im Gegensatz zu öffentlichen Ufern für Unfälle an privaten Ufern ausschließlich den Eigentümer verantwortlich und so erwies sich der Weidenzaun als schönere Lösung, außerdem entsteht Schutz für Pflanzen und in zunehmendem Maß auch für Tiere (Fische, Enten etc..) und für den, der unbedingt mit seiner Angelrute an den Teichrand will stellt der kleine Zaun keine ernstliche Schwelle dar.
Die Springbrunnen im Teich sind Teile der Wasseraufbereitung, sie werden mit Grundwasser aus eigens gebohrten Brunnen gespeist, sodaß über den Teichrand überlaufendes Wasser zum Grundwasser gereinigt stößt in tieferen Schichten undüber Pumpe wieder dem Teich zugeführt, so läßt sich der Teich auch rein halten für den ökologischen Ausgleich. Das gleiche geschieht auch im Umlauf sogar überwiegend über das Jahr.
4.2
Gärten des Terrassenhauses als ökologisches Modell
Das Terrassenhaus ist Kernstück der über dem neuen Teich entwickelten Terrassengärten entlang der Nutheschnellstraße und steigert den Gedanken der hängenden Gärten bis in eine Höhe von 17 m über der Teichoberfläche. Es bedeckt 200 PKW-Stellplätze in 3 Ebenen und wird in der Konstruktion, mit ungleichseitigen Dreiecksdeckenfläche gestaltet, die in allen Räumen gleich aber mit unterschiedlichen Längenproportionen wieder andere Durchblicke ermöglichen - Felder von jeweils 22 m2 Fläche in der Wohnung ebenso, wie in der Garage. Dieser strukturalistische Ansatz verbindet optisch und technisch Außenraum und Innenraum und erfordert sehr sorgfältige Durcharbeitung der Konstruktion um Wärmebrücken oder Feuchtigkeitsdurchflüsse sicher auszuschließen. Das ist im vorliegenden Fall in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren vom Büro Prof. Pichler sehr präzise geschehen, wie die Planung beweist. Darüber hinaus setzt der Gedanke der hängenden Gärten eine Regenrückhaltung über alle Flächen voraus, damit auch beim Katastrophenregen, wie bei einem terrassierten Garten am Hang das Wasser geordnet ablaufen kann oder aber gebremst bzw. auf den Gartenflächen zurückgehalten wird. Das ist technisch so entwickelt, daß alle Terrassenebenen von s.g. Anstaurinnen umgeben sind, die vergleichbar einer Regenrinne das Wasser festhalten bzw. weiterleiten damit es in regelmäßigen Abständen über Wasserspeier oder Fallrohre in die nächst tiefere Ebene geleitet werden kann. Auf der tieferen Ebene muß dann mit Kieselsteinen oder auch größeren Steinelementen eine Auffangsituation gestaltet werden für einen geordneten Wasserlauf. So entstehen Ableitungssysteme, die ebenso die Richtlinien erfüllen, sie werden nur an anderer Stelle behandelt.
4.3
Das Prinzip der Wasserführung
Die Dachfläche über dem 3. Obergeschoß gliedert sich in eine laubengangartige Fläche zur Nuthe-Schnellstraße ausgerichtet einschließlich von 3 Dreiecksflächen die ebenfalls Richtung Zwischengrün der Nutheschnellstraße entwässern. Dazu kann man auch die östlich zur Nuthestraße orientierte Vorterrassenfläche zählen, die aufgrund ihrer geplanten starken Begrünung über erhebliche Rückhaltung verfügt.
Die Dachfläche über dem 2. Obergeschoß gliedert sich ebenso in einen Laubengangteil der Nuthe Schnellstraße zugewandt, der im mittleren Teil sich über 3 Dreiecksflächen erstreckt, die je einen Wasserspeier haben in der o.g. Größe von max. 0,8 l/s. Dies stellt angesichts der vorhandenen Teilüberdeckung erhebliche Reserven dar. Das gleiche gilt sinngemäß für die beiden westlichen Laubengangsteile und für die im Geschoß darüber befindlichen Laubengangflächen. Die Laubengänge sind etwa 1 m breit und wenn sie je Achse einen kleinen Rohrspeier aufweisen, hat dieser das Regenwasser von 8 m2 abzuleiten, d.h. eine Regenspende von 0,13 l/s, das technisch völlig problemlos und harmlos ist. Die von den Dreiecken in Achse 2, 3, 4 und 5 des 3. Obergeschosses dargestellten Rohrspeier könnten zwischen 0,2 und 0,4 l/s abgeben, was sie befähigen würde auch teilweise eingeleitetes Wasser aus dem Geschoß darüber mit aufzufangen, was in der Summe eher geringfügig ist.
Teilüberdeckte Laubengänge, die durch Rohrspeier nach außen entwässert sind stellen eine ganz unbedenkliche und verbreitete Lösung dar, insbesondere wenn sie wie in diesem Fall auf ungenutztes Vorgartengelände zwischen Gebäude und Schnellstraße entwässern. Das ist aus ökologischer Sicht geradezu geboten auch hier müßten die Rohrspeier eine Länge erhalten, daß ihr Wasser nicht darunterliegende Bauwerksteile erreicht.
Das Ableitungssystem von der Mittelterrasse des 4. OG muß 2,38 l pro Sekunde leisten Richtung Terrassengarten, was der Leistung eines einzigen üblichen Fallrohres D=80 entspricht, dessen Leistungsfähigkeit 2,6 l/sec ist. Geplant sind - im großen Dachterrassenplan des 2. Obergeschosses deutlich dargestellt - 3 Auffangflächen für Speier von denen dann jeder eine Leistungsfähigkeit von 0,8 l/s hat, was der Leistungsfähigkeit des eingangs geschilderten kleinsten Rohrspeiers mit dem Innendurchmesser 40 entspricht. Vorgesehen ist, wie auch bei den Dachflächen eine leichte Überdimensionierung um auf der sicheren Seite zu sein. Die erwähnten 0,8 l/s können problemlos von der vorgesehenen Kiesauffangfläche aufgenommen werden und das Wasser dem zentralen Spielbach zugeführt werden. Das gleiche gilt für weitere Auffangflächen, die Wasser aus dem Dach und 2. Obergeschoß auffangen und dem Spielbach zuführen.
Die Südterrasse im gleichen 4. Obergeschoß muß von den Dachflächen die Regenspende von 2 Dreiecksflächen zusätzlich aufnehmen zuzüglich zu den anteiligen eigenen 2 Dreiecksflächen in der Summe also 4 d.h. mit 172 m2 gleichgroß wie die östliche Dachfläche im 4. Obergeschoß. Dort sind 4 Speier der kleinsten Bauart vorgesehen und hier ebenso. Wenn diese jeweils nur mit 0,8 l/sec ausgelastet sind, so stellt das Weiterleiten dieses Wassers auch keine Probleme dar. Sie gehen hälftig Richtung Humboldtring und hälftig auf die Dachterrasse im 3. Obergeschoß.
Zusammenfassend ergibt sich, daß im 4. OG nördlich und nordöstlich in der Summe die Fläche von 11 Dreiecken also 242 m2 und nordwestlich die Fläche von 7 Dreiecken also 154 m2 Richtung Zwischengrün zur Nuthe-Schnellstraße entwässert werden und einschließlich anteiliger Fläche aus dem Dach über dem 4. Geschoß die Fläche von 13 Dreiecken also 286 m2 über 3 Speier aus der Mittelterrasse des 4. OG dem Terrassengarten im 2. OG zugeführt wird, eine Regenspende von 2,34 l/sec die von den 3 Rohrspeiern kleinster Bauart ohne weiteres transportiert werden, je 0,78 l/sec. Im großen Garten sind jedenfalls eingeplant und deutlich dargestellt Regenauffangsituationen für Regenspeier in freiem Auslauf, die im Schnitt wieder die eingangs ausgeführten 0,8 l/sec befördern können.
Die zentrale Gartenterrasse im 3. Obergeschoß zwischen den beiden Aufbauten des 4. Geschosses muß von den höhergelegenen Dächern die Regenspende von insgesamt 5 Dreiecksflächen zu ihren eigenen 8 Dreiecksflächen zusätzlich aufnehmen, also eine Regenspende einschließlich Regenrückhaltung von 13 x 55 l in 5 Minuten d.h. 715 l insgesamt.
Das Ableitungssystem muß also 2,38 l pro Sekunde leisten an dieser Stelle Richtung Terrassengarten, was der Leistung eines einzigen üblichen Fallrohres D=80 entspricht, dessen Leistungsfähigkeit 2,6 l/sec ist. Geplant sind - im großen Dachterrassenplan des 2. Obergeschosses deutlich dargestellt - 3 Auffanglfächen für Speier von denen dann jeder eine Leistungsfähigkeit von 0,8 l/s haben müßte, was der Leistung des eingangs geschilderten kleinsten Rohrspeiers mit dem Innendurchmesser 40 entspricht. Vorgesehen ist, wie auch bei den Dachflächen eine leichte Überdimensionierung um auf der sichern Seite zu sein. Die erwähnten 0,8 l/s können problemlos von der vorgesehenen Kiesauffangfläche aufgenommen werden und das Wasser dem zentralen Spielbach zugeführt werden. Das gleiche gilt für weitere Auffangflächen, die Wasser aus dem Dach und 2. Obergschoß auffangen und dem Spielbach zuführen.
Die Südterrasse im gleichen 4. Obergschoß muß von den Dachflächen die Regenspende von 2 Dreiecksflächen zusätzlich aufnehmen zuzüglich zu den anteiligen eigenen 2 Dreiecksflächen in der Summe also 4 d.h. mit 172 qm gleichgroß wie die östliche Dachfläche im 4. Obergschoß.
Zusammenfassend ergibt sich, daß im 4. OG nördlich und nordöstlich in der Summe die Fäche von 11 Dreiecken also 242 qm und nordwestlich die Fäche von 7 Dreiecken also 154 qm Richtung Zwischengrün zur Nuthe-Schnellstraße entwässert werden und einschließlich anteiliger Fläche aus dem Dach über dem 4. Geschoß die Fläche von 13 Dreiecken also 286 qm über 3 Speier aus der Mittelterrasse des 4. OG dem Terrassengarten im 2. OG zugeführt wird, eine Regenspende von 2,34 l/sec die von den 3 Rohrspeiern kleinster Bauart ohne wieteres transportiert werden, je 0,78 l/sec. Im großen Garten sind jedenfalls eingeplant und dargestellt Regenauffangsituationen für Regenspeier in freiem Auslauf, die im Schnitt wie die eingangs ausgeführten 0,8 l/sec befördern können.
Nicht anders verhält es sich bei den 3 Balkonterrassenflächen zum Innenhof und den beiden Terrassenflächen auf der Südfront.
4.4
Das oberste Dach ( begrünt aber nicht begehbar)
Über dem obersten 4. Geschoss gibt es 2 begrünte Dachflächen unterschiedlicher Größe aus einmal 13 und einmal 8 Dreiecksflächen je 22 m2. In 5 Minuten, d.h. 300 sec regnen im Raum Berlin einmal im Jahr statistisch 0,49 cm je m2 also rund 5 mm das bedeutet je Minute einen Millimeter. 5 mm auf den Quadratmeter sind 5 l Wasser, die über die Ableitungssysteme von Terrassen und Dächern in 5 Minuten abgeleitet sein müssen, da das Grund-element des Terrassenhauses ein Dreieck von 22 m2 ist muß man für die Regenableitung einer Regenspende in 5 Minuten von 110 l je Dreiecksfläche ausgehen - 1 mal im Jahr. Um die geregelte Ableitung zu erreichen, sind sämtliche Dachflächen von sogenannten Anstaurinnen umgeben, die annähernd gefällelos vergleichbar einer Dachrinne das Wasser am Rand anstauen, damit es in Fallrohren oder Wasserspeiern auf die nächst tiefere Ebene geleitet werden kann, wie bei den hängenden Gärten der Semirames. Vergegenwärtigt man sich im 4. Obergeschoß den südöstlichen Bauteil, wie im Plan dargestellt, so besteht dieses Dach aus 8 Dreiecksflächen mit einer Summe von 176 m2 einer umlaufenden Anstaurinne und wird über 4 Rohrspeier wie deutlich erkennbar entwässert. d.h. je einer für 2 Dreiecksflächen mit zusammen 44 m2 oder 220 l in 5 Minuten. Der kleinste übliche Rohrspeier von nur 40 mm innerem Durchmesser, wie ihn jeder schon einmal gesehen hat mit einer leichten Neigung von etwa 5 % Gefälle leistet in die Anstaurinne eingebaut einen Durchfluß von 0,8 l / s, d.h. 240 l in 5 Minuten. Er würde also sicher die berechneten 220 l transportieren. Tatsächlich sind Speier größer / gleich als 50 eingebaut, also eine gewisse Reserve.
In der Konzeption ist das Terrassenhaus getreu seinem historischen Vorbild, den hängenden Gärten der Semiramis in allen Flächen begrünt. Man sollte immer zumindest eine dünne Bekiesung einbringen. Dies wäre nicht nur optisch und wärmetechnisch gegen Aufheizung ein Gewinn, sondern ermöglicht entsprechend der oben genannten Norm DIN EN 12056-3 den sogenannten Abflußbeiwert von y = 1 auf 0,5 zu reduzieren dh. die Regenmenge pro Sekunde ist halbiert und der Regen würde über die doppelte Zeit mit halber Kraft über das Gebäude und seine Gärten ablaufen. Jeder Speier des genannten Daches im 4. Obergeschoß, das aus 8 Dreiecken besteht, hat nur noch 0,4 l pro Sekunde abzugeben.
Der linke Dachaufbau im 4. Obergeschoß verfügt über 13 Dreiecksflächen, für die - Rückhaltung von y = 0,5 vorausgesetzt, - also Bekiesung - nach der gleichen Berechnung 13 x 55 l also 715 l bedeutet in 5 Minuten. Die Ableitungssysteme müssen mit 5 Speiern und der umlaufenden Anstaurinne das Wasser ableiten ebenso, wie bei dem östlichen Dach im 4. Obergeschoß. Alle Speier müssen das Wasser ca. 1,50 m vor der Fassade fließen lassen, damit Schädigungen auch bei Wind ausgeschlossen sind.
4.5
3. und 4. Obergeschoss und seine Laubengänge
Die Dachfläche über dem 3. Obergeschoß gliedert sich in eine laubengangartige Fläche zur Nuthe-Schnellstraße ausgerichtet einschließlich von 3 Dreiecksflächen die ebenfalls Richtung Zwischengrün der Nutheschnellstraße entwässern. Dazu kann man auch die östlich zur Nuthestraße orientierte Vorterrassenfläche zählen, die aufgrund ihrer geplanten starken Begrünung über erhebliche Rückhaltung verfügt.
Die Dachfläche über dem 2. Obergeschoß gliedert sich ebenso in einen Laubengangteil der Nuthe Schnellstraße zugewandt, der im mittleren Teil sich über 3 Dreiecksflächen erstreckt, die je einen Wasserspeier haben in der o.g. Größe von max. 0,8 l/s. Dies stellt angesichts der vorhandenen Teilüberdeckung erhebliche Reserven dar. Das gleiche gilt sinngemäß für die beiden westlichen Laubengangsteile und für die im Geschoß darüber befindlichen Laubengangflächen. Die Laubengänge sind etwa 1 m breit und wenn sie je Achse einen kleinen Rohrspeier aufweisen, hat dieser das Regenwasser von 8 m2 abzuleiten, d.h. eine Regenspende von 0,13 l/s, das technisch völlig problemlos und harmlos ist. Die von den Dreiecken in Achse 2, 3, 4 und 5 des 3. Obergeschosses dargestellten Rohrspeier könnten zwischen 0,2 und 0,4 l/s abgeben, was sie befähigen würde auch teilweise eingeleitetes Wasser aus dem Geschoß darüber mit aufzufangen, was in der Summe eher geringfügig ist.
Teilüberdeckte Laubengänge, die durch Rohrspeier nach außen entwässert sind stellen eine ganz unbedenkliche und verbreitete Lösung dar, insbesondere wenn sie wie in diesem Fall auf ungenutztes Vorgartengelände zwischen Gebäude und Schnellstraße entwässern. Das ist aus ökologischer Sicht geradezu geboten auch hier müßten die Rohrspeier eine Länge erhalten, daß ihr Wasser nicht darunterliegende Bauwerksteile erreicht.
Das Ableitungssystem von der Mittelterrasse des 4. OG muß 2,38 l pro Sekunde leisten Richtung Terrassengarten, was der Leistung eines einzigen üblichen Fallrohres D=80 entspricht, dessen Leistungsfähigkeit 2,6 l/sec ist. Geplant sind - im großen Dachterrassenplan des 2. Obergeschosses deutlich dargestellt - 3 Auffangflächen für Speier von denen dann jeder eine Leistungsfähigkeit von 0,8 l/s hat, was der Leistungsfähigkeit des eingangs geschilderten kleinsten Rohrspeiers mit dem Innendurchmesser 40 entspricht. Vorgesehen ist, wie auch bei den Dachflächen eine leichte Überdimensionierung um auf der sicheren Seite zu sein. Die erwähnten 0,8 l/s können problemlos von der vorgesehenen Kiesauffangfläche aufgenommen werden und das Wasser dem zentralen Spielbach zugeführt werden. Das gleiche gilt für weitere Auffangflächen, die Wasser aus dem Dach und 2. Obergeschoß auffangen und dem Spielbach zuführen.
Die Südterrasse im gleichen 4. Obergeschoß muß von den Dachflächen die Regenspende von 2 Dreiecksflächen zusätzlich aufnehmen zuzüglich zu den anteiligen eigenen 2 Dreiecksflächen in der Summe also 4 d.h. mit 172 m2 gleichgroß wie die östliche Dachfläche im 4. Obergeschoß. Dort sind 4 Speier der kleinsten Bauart vorgesehen und hier ebenso. Wenn diese jeweils nur mit 0,8 l/sec ausgelastet sind, so stellt das Weiterleiten dieses Wassers auch keine Probleme dar. Sie gehen hälftig Richtung Humboldtring und hälftig auf die Dachterrasse im 3. Obergeschoß.
Zusammenfassend ergibt sich, daß im 4. OG nördlich und nordöstlich in der Summe die Fläche von 11 Dreiecken also 242 m2 und nordwestlich die Fläche von 7 Dreiecken also 154 m2 Richtung Zwischengrün zur Nuthe-Schnellstraße entwässert werden und einschließlich anteiliger Fläche aus dem Dach über dem 4. Geschoß die Fläche von 13 Dreiecken also 286 m2 über 3 Speier aus der Mittelterrasse des 4. OG dem Terrassengarten im 2. OG zugeführt wird, eine Regenspende von 2,34 l/sec die von den 3 Rohrspeiern kleinster Bauart ohne weiteres transportiert werden, je 0,78 l/sec. Im großen Garten sind jedenfalls eingeplant und deutlich dargestellt Regenauffangsituationen für Regenspeier in freiem Auslauf, die im Schnitt wieder die eingangs ausgeführten 0,8 l/sec befördern können.
Die zentrale Gartenterrasse im 3. Obergeschoß zwischen den beiden Aufbauten des 4. Geschosses muß von den höhergelegenen Dächern die Regenspende von insgesamt 5 Dreiecksflächen zu ihren eigenen 8 Dreiecksflächen zusätzlich aufnehmen, also eine Regenspende einschließlich Regenrückhaltung von 13 x 55 l in 5 Minuten d.h. 715 l insgesamt.
Das Ableitungssystem muß also 2,38 l pro Sekunde leisten an dieser Stelle Richtung Terrassengarten, was der Leistung eines einzigen üblichen Fallrohres D=80 entspricht, dessen Leistungsfähigkeit 2,6 l/sec ist. Geplant sind - im großen Dachterrassenplan des 2. Obergeschosses deutlich dargestellt - 3 Auffanglfächen für Speier von denen dann jeder eine Leistungsfähigkeit von 0,8 l/s haben müßte, was der Leistung des eingangs geschilderten kleinsten Rohrspeiers mit dem Innendurchmesser 40 entspricht. Vorgesehen ist, wie auch bei den Dachflächen eine leichte Überdimensionierung um auf der sichern Seite zu sein. Die erwähnten 0,8 l/s können problemlos von der vorgesehenen Kiesauffangfläche aufgenommen werden und das Wasser dem zentralen Spielbach zugeführt werden. Das gleiche gilt für weitere Auffangflächen, die Wasser aus dem Dach und 2. Obergschoß auffangen und dem Spielbach zuführen.
Die Südterrasse im gleichen 4. Obergschoß muß von den Dachflächen die Regenspende von 2 Dreiecksflächen zusätzlich aufnehmen zuzüglich zu den anteiligen eigenen 2 Dreiecksflächen in der Summe also 4 d.h. mit 172 qm gleichgroß wie die östliche Dachfläche im 4. Obergschoß.
Zusammenfassend ergibt sich, daß im 4. OG nördlich und nordöstlich in der Summe die Fäche von 11 Dreiecken also 242 qm und nordwestlich die Fäche von 7 Dreiecken also 154 qm Richtung Zwischengrün zur Nuthe-Schnellstraße entwässert werden und einschließlich anteiliger Fläche aus dem Dach über dem 4. Geschoß die Fläche von 13 Dreiecken also 286 qm über 3 Speier aus der Mittelterrasse des 4. OG dem Terrassengarten im 2. OG zugeführt wird, eine Regenspende von 2,34 l/sec die von den 3 Rohrspeiern kleinster Bauart ohne wieteres transportiert werden, je 0,78 l/sec. Im großen Garten sind jedenfalls eingeplant und dargestellt Regenauffangsituationen für Regenspeier in freiem Auslauf, die im Schnitt wie die eingangs ausgeführten 0,8 l/sec befördern können.
Nicht anders verhält es sich bei den 3 Balkonterrassenflächen zum Innenhof und den beiden Terrassenflächen auf der Südfront.
4.6
Der große Garten im 2. Obergeschoß
Zentraler Außenraum des ganzen Hauses ist der Dachgarten im 2. Obergeschoß. Seine Anstaubewässerung fängt einen Großteil des anfallenden Regenwassers aus allen Ebenen auf und führt es dem Spielbach zu, der die Kinderspielfläche ergänzt, aber sowohl mit niedrigem Wasserstand als auch bis oben gefüllt ausgleichende Speicherfunktion für die Vegetationsflächen und den Wasserfluß hat. Das starke und gesunde Anwachsen der Vegetation in den ersten Monaten hat die Funktionsfähigkeit bewiesen. 202 m2 in der Summe aller Vegetationswege und Wasserflächen sind in einheitlicher Gestalt gegliedert im Garten des 2. Obergeschoßes und beziehen sich auf den großen Spielbach mit seinem ausdrucksstarken Überlauf in die Erdgeschoßgartenzone. Die 7 Zuflüsse aus den Wasserspeiern der oberen Geschosse sozusagen die 7 Wasserfälle mit ihren großen Auffangsituationen unterstreichen den organischen Fluß der Gestalt ebenso wie die verzweigte Wegeführung zwischen den insgesamt 10 Wasserspeiern. Der 40 m lange Spielbach kann mit seinen etwa 100 m2 Fläche mindestens 20 m3 Wasser auffangen. Auf der Gartenfläche insgesamt fallen bei Starkregen maximal in 5 Minuten 4545 l an, d.h. 4,5 m3 und aus den oberen Geschossen treten noch einmal 4,29 m3 hinzu, zusammen also fast 9 m3. Diesen Wert muß man allerdings halbieren, wenn die Regenrückhaltung für das Gesamtsystem mit y = 0,5 tatsächlich ansetzen kann, mit Begrünung und Bekiesung, so daß die Ableitungssysteme wie der Spielbach und sein Überlauf 4,5 m3 in 5 Minuten leisten müssen, was in der angebotenen Größe kein Problem darstellt. Der große Wasserspeier als Überlauf ebenso wie die Auffangflächen im Erdgeschoßgarten müssen auf 14,1 l/sec angelegt sein. Eine Leistung, die z.B. 3 übliche Regenfallrohre D=100 leisten. D.h. der große Wasserspeier verfügt wie alle übrigen Wasserspeier über ausreichend Reserven. Die Situation im Erdgeschoß wird durch den Garten und seine Bäche in den großen Teich gelöst und gestaltet.
Der gesamte maximal auf das Terrassenhaus einwirkende Regen beträgt auf einer Fläche von 106 Dreiecken, d.h. 2332 m2 11,66 m3 Wasser in 5 Minuten maximal. Die ökologische Konzeption bedeutet, diese Menge durch Rückhaltung und Belüftung in den Gärten und bekiesten Flächen auf 5,8 m3 zu drosseln und dies bis auf den in der Architekturgestaltung sehr groß dimensionierten Überlauf des Spielbaches mit ganz kleinen verteilten Wasserspeiern zu bewältigen, die für sich genommen nicht größer als 0,8 l/sec Wasser abgeben. Sozusagen einem filigranen Netz von Wasserläufen über das gesamte Projekt verteilt, das sich im Spielbach und seinem Überlauf verbindet, dadurch kontrollierbar bleibt und den Regeln entspricht. Der große Terrassengarten selbst ist 41 Dreiecke groß, d.h. 902 m2 einschließlich Wegen und Spielbach und empfängt dementsprechend 4,5 m3 Wasser von denen er gepremst durch die Gartenanlage die Hälfte (y=0,5) an den Spielbach weitergibt, also 2,25 m3 Wasser. Die umgebenden Gebäudeteile geben darüber hinaus über Wasserspeier und Rigolen noch einmal das Regenwasser von 39 Dreiecksflächen also 858 m2 dazu, allerdings abgemindert durch Regenrückhaltung y=0,5 durch Bewuchs und Kies aus Dach- und Terrassenflächen noch einmal 2,1 m3 Wasser in 5 Minuten. Beide Ergebnisse zusammen bedeuten 4,35 m3 Wasser in 5 Minuten oder 8,7 m3 in 10 Minuten der Dauer eines statistischen Starkregenereignisses. Der ca. 100 m2 große Spielbach würde also um 8,7 cm ansteigen oder sofern er vor dem Starkregenereignis schon relativ voll war, würde der gebaute Überlauf dafür sorgen, daß überschüssiges Wasser dem großen Teich zugeführt wird. Auf diese Weise wird deutlich, wie sensibel die gesamte Dach- und Wasserverteilungsgliederung durchgearbeitet sein muß, um dem Gebäude und seiner Idee das richtige Bild der hängenden Gärten zu geben.
Um den Spielbach und die gesamte Wasserauffangsituation auf den Terrassen im 2. Obergschoß entsprechend Flachdachrichtlinien regelrecht herzustellen müssen die Flächen selbstverständlich gegen drückendes Wasser nach DIN 18195 Teil 6 im 2. Obergeschoß ausgestattet sein.
Auch nach der Flachdachrichtlinie sind übliche Gefälleanordnungen aber nicht zwingend erforderlich. Unter Abschnitt 2.1 (2) der Richtlinie heißt es: ? Dächer und/ oder Dachbereiche mit einem Gefälle unter 2% und begrünte Dächer mit Wasseranstau sind Sonderkonstruktionen. Sie erfordern deshalb besondere Maßnahmen, um eine höhere Beanspruchung in Verbindung mit stehendem Wasser auszugleichen". Im gleichen Abschnitt wird unter (3) darauf hingewiesen, daß selbst bei Dächern mit einer Dachneigung von bis ca. 5% bedingt durch Durchbiegung und/ oder zulässigen Toleranzen in der Ebenheit der Unterlage etc. mit behindertem Wasserablauf und Pfützenbildung zu rechnen ist. Unter Abschnitt 4.7.3 (7) der Richtlinie heißt es u.a.: ? Bei Begrünung in Verbindung mit Anstaubewäserung kann es zweckmäßig sein, die Abdichtung ohne Gefälle auszubilden...... Bei einer geplanten Anstauhöhe über 100 mm ist eine Abdichtung gegen drückendes Wasser auszuführen und DIN 18195 zu beachten".
4.7
Gefälle und barrierefreie Zugänge
Terrassengärten sind wie Weingärten Anstausysteme, die über möglichst wenig Gefälle mit Rückhaltung das Wasser an die nächst tiefere Ebene abgeben. Deswegen erwähnt die Flachdachrichtlinie diese Konstruktion auch explizit, weil übliche Gefälleanordnungen die Terrassengartenfunktion stören und zu Austrocknung führen können. Auf dem großen Terrassengarten im 2. Obergeschoß sind fast die Hälfte der Fläche - siehe Plan - Anstauflächen, d.h. nicht, daß hier ein großer Teich geplant ist, aber unter der Vegetation kann sich ein Wasserreservoir ausbilden aus dem die Pflanzen ihre Feuchtigkeit auch in die trockneren Zonen hinein hochziehen können. Gegen Verschlammung wird die Feuchtezone durch Fließ geschützt wie geschehen solang bis sich natürliche Verhältnisse eingespielt haben - wasserführende Zonen unter Vegetationsflächen.
Die Eingangshöhen um den großen Garten im 2. Obergeschoß liegen baulich fest und die verlangte Nutzung muß barrierefrei sein, also stufenlos. Demzufolge sind alle Wege Ausgleichsflächen in der Höhe zwischen den Türhöhen mit nicht mehr 5% Gefälle und die jeweils anschließende Begrünungsfläche muß bündig zu den Wegen sein oder sogar höher, damit Rollstühle und Kinderwagen nicht in den Garten hinabfallen können. Insofern liegen alle Höhen fest unabhängig von gestalterischen Ausmuldungen zwischen den Wegeflächen. Die Höhenquoten sind im Gartenplan 2. Obergeschoß festgehalten.
Ein Problem stellen grundsätzlich barrierefreie Türdurchgänge an Balkonen und Terrassen dar. Hier muß der normale Holzrost sofern sein Verlauf nicht zufällig parallel zur Fassade läuft und ein wasserhindurchlaufen ausgeschlossen werden kann vor der Fassade aufhören und ein ca. 15 cm breiter Rost an der Tür angeordnet werden. Im übrigen Bereich zu den geschlossenen Fenstern genügt der übliche Traufstreifen aus loser Kiesschüttung 16/32. Ein unmittelbares Heranführen der Holzflächen an die vertikalen Fassaden, wie hier ausgeführt verletzt die Regeln.
Die Flachdachrichtlinien sind im Bereich barrierefreier Außenterrassen und Balkonen nicht streng einzuhalten, weil die Anforderung an die Nutzung und daraus abzuleitende Sicherheitsanforderung in diesem Falle Vorrang haben. ( behindertengerecht). In Bereichen deutlicher Überdeckung besteht die Problematik nicht, was hier in Teilen der Fall ist.
Das Prinzip der Anstaurinnen läßt auch zu, daß diese auf der Fassadenseite angeordnet sein können, sie müssen nur dicht sein entsprechend DIN 18195 Teil 6 und im Türbereich sicher übergehbar, wie dies mit den Holzrosten leicht möglich ist. Es kann sogar besonders erwünscht sein, daß unmittelbar vor der Glasfassade ein kleines Feuchtbiotop sich ausbildet und in seiner natürlichen Pracht und Gräservielfalt vom Innenraum her erlebbar ist. Dies ist sicher kein Regelverstoß und im Rahmen der Flachdachrichtlinie zulässig.
Selbst in der Garage wurde an einer Stelle aus rein technischen Gründen eine kleine Anstaurinne ausgebildet, gefällelos, die allerdings nur in Funktion tritt bei größeren Reinigungsarbeiten.
Hängende Gärten sind auch im Rahmen der Richtlinien durchführbar selbst im Bereich barrierefreier Anforderungen. Staut sich Wasser muß die Dichtung gegen drückendes Wasser nachgewiesen sein, der Wasserfluß muß von der Vegetation durch Fließ getrennt sein und Anstaurinnen müssen schließlich das Wasser ableiten und im Wasserspeier an die nächste Ebene weitergeben. Jeder Speier gibt die Chance, daß Wasser sich mit Sauerstoff anreichern kann, dient also auch der Regeneration ebenso wie der Durchfluß durch Vegetation. Das ökologische Gleichgewicht wird durch Bewuchs und Regenrückhaltungn erreicht. Sollte das Wasser fehlen muß nachgeholfen werden. Auch dieses Wasser durchläuft dann die Systeme und wird integriert.
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